Zukunftsimpulse für die Heimerziehung

Mit einem Gespräch über „Empfehlungen zur Weiterentwicklung aus dem Zukunftsforum Heimerziehung“ eröffnete unsere Vorsitzende Ruth Seyboldt gemeinsam mit Alain Lukianoff, Vorsitzender des Landesheimrats Hessen und Angela Maria Lögering (stv. Leiterin des Referats Rechtsfragen der Kinder- und Jugendhilfe im BMFSFJ) die von der IGFH organisierte Transfertagung des Zukunftsforums Heimerziehung.

Das Zukunftsforum Heimerziehung hat in den vergangenen zwei Jahren als fachliches Diskussionsforum unter systematischer Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern einige zentrale Entwicklungsbedarfe und Strukturmerkmale gelingender Heimerziehung herausgearbeitet. Das jetzt vorgestellte Abschlusspapier verdichtet die Empfehlungen und Forderungen aus (Beteiligungs-) Werkstätten, Expertisen, Dokumentationen und der Diskussionen der begleitenden bundesweit besetzten Expert*innenrunde.

Unsere Vorsitzende betonte vor allem, wie wichtig es ist, Kinder- und Jugendliche künftig stärker zu beteiligen. „Ich hatte früher eher das Gefühl, dass Andere über mich entscheiden, und habe mich deshalb ohnmächtig gefühlt.“ Außerdem plädierte sie für einen sensibleren Umgang der Einrichtungen, in puncto soziale Teilhabe. „Es kann zum Beispiel wirklich peinlich sein, wenn man mit dem Einrichtungsauto, das auffällig beklebt ist, irgendwo hingebracht oder abgeholt wird. Oder wenn in der Einrichtung irgendwelche Punkte- oder Putzpläne frei einsehbar sind und jeder, der mich besuchen will, sieht, wie ich mich benommen habe.“

Das Abschlusspapier macht deutlich, dass es notwendig ist, „Heimerziehung“ neu in der Gesellschaft zu positionieren.

 

Jetzt das SGB VIII verwirklichen

Offener Brief an alle Entscheidungsträger*innen und Beteiligte am Gesetzgebungsverfahren

Gemeinsam mit der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische Hilfen (IGFH) und der Universität Hildesheim hat der Careleaver e.V. einen „offenen Brief“ verfasst. Darin rufen wir alle Entscheidungsträgerinnen am Gesetzgebungsverfahren nochmal dazu auf, dafür einzutreten, dass die Rechte von Careleaver*innen und Selbstvertretungsorganisationen im Zuge der Reform nachhaltig gestärkt werden.

Die jetzige Reform geht zwar einen großen Schritt hin zu einem eigenen Rechtsanspruch von Careleaver*innen. Damit dieser aber auch in der Praxis gut umgesetzt werden kann, müssen die angestoßenen Veränderungen im §41 SGB noch weiter ausgebaut und klarer akzentuiert werden.

Hilfen dürfen künftig nicht mehr gegen den Willen von Careleaver*innen beendet werden, so lange sie sich in der Ausbildung befinden oder noch zur Schule gehen. Auch der Anspruch auf Weiterbewilligung von Hilfen für junge Volljährige, wenn eine Hilfe geeignet und notwendig ist um Bildungsprozesse zu stabilisieren, muss dringend verdeutlicht werden.

Offener Brief_Care Leaver

Gemeinsamer Infoabend mit der Stiftung der Deutschen Wirtschaft zu Stipendien

Das Studienförderwerk Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft honoriert in seinem Auswahlverfahren besondere Leistungen, die junge Menschen in der Jugendhilfe im Vergleich zu ihrer Peer Group mit intakten Elternhäusern zu bewältigen haben.

Gemeinsam mit der Stiftung lädt der Careleaver e.V. deshalb zu einem digitalen Infoabend ein, am Dienstag, den 6. April 2021 um 20:00 Uhr.

Die Einwahl dazu erfolgt über diesen Link.

Aktuell können sich Studierende aller Fächer für ein Stipendium bewerben. Neben einer monatlichen finanziellen Unterstützung (bis zu 752€/Monat) umfasst die Förderung Workshops mit vielfältigen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Themen sowie ein starkes Netzwerk aus Stipendiat*innen, Alumni und Ehrenamtlichen. Für Lehramtsstudierende und Studierende der Kindheitspädagogik gibt es darüber hinaus spezielle Stipendienprogramme. Förderbeginn ist der 1. Oktober 2021. Das Bewerbungsportal ist bis zum 30. April 2021 (12:00 Uhr MESZ) geöffnet. Alle Infos zur Bewerbung findet ihr hier.

Der Infoabend dient dazu, Fragen zu stellen und sich hilfreiche Tipps für die eigene Bewerbung zu holen. Bei Interesse oder Fragen könnt ihr euch gerne auch direkt bei Anna-Maria Pedron (A.Pedron@sdw.org) melden.

Und wer sich denkt: Studium, das ist nichts für mich, der sollte sich das Zeig was du kannst! – Programm der Stiftung für Haupt- und Realschüler*innen anschauen, das junge Menschen im Übergang von Schule und Beruf unterstützt.

Fachtag „Careleaving und Beteiligung in der Pflegekinderhilfe“

Pflegekinder müssen sich in der Zeit des Übergangs gleich zweimal ablösen: Einmal von den leiblichen Eltern und gleichzeitig von der Pflegefamilie. Beide Ablösungsprozesse stellen sie vor spezifische Herausforderungen, auf die sie sich oft nicht vorbereitet fühlen.

Bin ich nach dem Prozess des „Leaving Care“ eigentlich noch Teil der Pflegefamilie? Wie halte ich Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie?

Der Fachtag des Kompetenzzentrums Pflegekinderhilfe bot mit Prof. Dr. Karin Werner (ZHAW) und Dr. Carolin Ehlke (Uni Hildesheim) einen interessanten Einblick in den aktuellen Stand der Forschung. Bei verschiedenen kurzweiligen Diskussionsrunden und beim virtuellen Messerundgang wurde erstmalig ein bundesweites Forum geboten, um das Thema Careleaving speziell mit dem Fokus auf die Situation von Pflegekindern zu diskutieren.

Beim virtuellen Messe-Rundgang wurden verschiedene Good-Practice-Ansätze vorgestellt., auch der Careleaver e.V. . Melanie Overbeck, 2. Vorsitzende des Careleaver e.V., stand hier allen Fragen der Fachtagteilnehmer*innen Rede und Antwort.

Auch im Careleaver e.V. werden wir uns in nächster Zeit intensiver mit den spezifischen Herausforderungen von Pflegekindern während des Prozesses des „Leaving Care“ beschäftigen. Wir freuen uns deshalb sehr über die Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Pflegekinder Berlin, die wir künftig noch weiter intensivieren wollen.

Einladung zum Netzwerktreffen in Kirchvers

 

 

Unser nächstes Netzwerktreffen findet in diesem Jahr über Pfingsten vom 21.-24. Mai 2021 in Kirchvers statt, einem kleinen Ort zwischen Gießen und Marburg. Da wir uns schon lange nicht mehr sehen konnten, möchten wir dieses Wochenende nutzen, um neue Personen in unserem Netzwerk zu begrüßen und gemeinsam eine schöne und entspannte Zeit zu verbringen. Wir haben ein Freizeitgelände ganz für uns alleine und können GESELLSCHAFTSSPIELE spielen, LAGERFEUER machen, IN DER NATUR WANDERN oder abends auf FACKELWANDERUNG gehen.

Natürlich müssen wir die Schutzverordnungen weiterhin im Blick behalten und unsere Planungen immer der aktuellen Situation entsprechend anpassen. Das bedeutet, dass wir ggf. die Teilnehmerzahl reduzieren, Regelungen den Schutzverordnungen anpassen oder im schlechtesten Fall das Netzwerktreffen absagen müssen. Jetzt sind wir aber erst einmal optimistisch, dass wir uns im Mai in Kirchvers treffen können.

Die Teilnahme ist kostenlos. Fahrtkosten und Kosten für Verpflegung und Unterkunft werden übernommen.

Wer dabei sein möchte, bitte einfach unter selina.stefan@careleaver.de oder unter 0152/24722800 melden. Wir freuen uns auf euch.

Einladung

Zweites bundesweites Netzwerktreffen der Landesheimräte

Die Landesjugendhilferäte sind selbstorganisierte Gremien, die sich für die Wahrnehmung der Rechte von Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen in Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe einsetzen.

Vom 19. bis 21.02.2021 trafen sich die bestehenden landesweiten Interessenvertretungen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe zu ihrem zweiten Netzwerktreffen auf Bundesebene. Der Einladung des Landesheimrat Hessen folgten der Landesheimrat Bayern, Jugend vertritt Jugend aus Nordrhein-Westfalen, der Landesjugendhilferat Rheinland-Pfalz und der Kinder- und Jugendhilfe Landesrat Brandenburg. 35 junge Menschen der einrichtungsübergreifenden Interessenvertretungen arbeiteten gemeinsam an den Themen, die für sie wichtig sind.

In einem Workshop beschäftigten sie sich auch mit den Herausforderungen von Careleavern. Dabei wurde deutlich, dass viele der angesprochenen Themen die jungen Menschen unabhängig vom Bundesland, in dem sie leben, betreffen und es ein gemeinsames Engagement erfordert, um Veränderungen anzustoßen.

Pressemitteilung-BUNDI

Jugendhearing: Wie geht es jungen Menschen in Corona-Zeiten?

Corona und die Folgen – darum ging es beim großen Jugend-Hearing zu dem das Bundesjugendministerium eingeladen hatte. Um die spezifische Perspektive von Careleavern einzubringen, hat sich auch der Careleaver e.V. daran beteiligt. Zu der digitalen Konferenz waren über 100 Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahren sowie Interessenvertretungen von jungen Menschen, Fachverbände und Vertreter der Länder und Kommunen eingeladen.

In verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Themenschwerpunkten Bildung, Arbeit und Freizeit haben die Teilnehmer/-innen intensiv über die Folgen der Pandemie sowie aktuelle Bedarfe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesprochen und anschließend gegenüber der Bundesfamilienministerin konkrete Empfehlungen ausgesprochen. Dabei haben sich unter anderem folgende Punkte als besonders wichtig für die jungen Menschen herausgestellt:

  1. Junge Menschen sind mehr als Schülerinnen und Schüler; auch das außerschulische Leben muss bei den aktuellen coronabedingten Entscheidungen in den Blick genommen werden.
  2. Die Interessen und Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen müssen bei den aktuellen Entscheidungen stärker eingebunden und die jungen Menschen mehr beteiligt werden.
  3. Das Bildungssystem muss – auch länderübergreifend – mehr vereinheitlicht werden.
  4. Es muss eine stärkere Verknüpfung hergestellt werden zwischen der Kinder- und Jugendhilfe einerseits und dem Bildungssystem andererseits.
  5. Der Bereich Ausbildung muss deutlich stärker in den Fokus genommen werden. Ausbildung darf nicht als „Bildung zweiter Klasse“ gesehen, sondern muss als gleichwertig mit einem Studium herausgestellt werden.
  6. Es braucht eine deutlich stärkere Unterstützung bei der Suche, dem Beginn und dem Abschluss eines Ausbildungsverhältnisses.

Careleaver-Deutschlandkarte – ein Aufruf

 

Wir möchten auf unserer Homepage eine Deutschlandkarte veröffentlichen, auf der Angebote für Careleaver und Carereceiver gesammelt und verlinkt werden – dies beinhaltet einzelne Netzwerkmitglieder und Regionalgruppen des Careleaver e.V., aber auch Careleaver-Projekte, Ombudschaften und sonstige Angebote für Careleaver und Carereceiver.

Die Karte soll für Careleaver, Fachkräfte und alle weiteren Interessenten über die Homepage des Vereins zugänglich sein. Wir wollen damit einen ersten Überblick über unsere Vereinsstrukturen, aber auch generell über weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Careleaver und Carereceiver bieten.

Wenn Sie für Angebote oder Projekte im Kontext Leaving Care verantwortlich sind und Interesse haben auf unserer Karte zu erscheinen, melden Sie sich gerne bei uns unter: info@careleaver.de