Teilnahme am Tag des Kindeswohls

Was brauchen Pflegekinder? Diese Frage stand im Mittelpunkt des diesjährigen „Tag des Kindeswohls“ in Holzminden, welcher von der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes organisiert wurde. Verschiedene Professionen brachten ihr Wissen den ca. 350 Teilnehmern und Teilnehmerinnen in Vorträgen und Diskussionen näher. Auch zwei Vertreter des Careleaver-Netzwerkes waren anwesend und konnten in einer Podiumsdiskussion die Bedeutung des Übergangs in die Selbständigkeit darstellen.

Handlungsanregungen für Träger der diakonischen Erziehungshilfe in Württemberg

Bei der diesjährigen Klausurtagung der Träger der diakonischen Erziehungshilfe in Württemberg stand u.a. das Thema der jungen Erwachsenen in und nach der Jugendhilfe im Mittelpunkt. Neben den Ergebnissen des 15. Kinder- und Jugendberichts, welche durch einen Vertreter des Landesjugendamtes vorgestellt wurden, sollte auch die Perspektive der Betroffenen in den Blick genommen werden. Hierfür stellte ein Netzwerkmitglied die Careleaver-Forderungen vor und gab den ca. 40 Teilnehmenden aus der Fachpraxis konkrete Ideen, wie diese umgesetzt werden könnten. Besonders hinzuweisen bleibt auf die Themen der Partizipation und der bewussten Gestaltung von Übergängen durch die Fachkräfte. Dafür bedarf es insbesondere rechtskreisübergreifendes Wissen und entsprechende Kooperationen.

Neue Regionalgruppe im Rhein-Main-Gebiet

Am 17. März 2018 trafen sich sechs Careleaver und Careleaverinnen aus dem Rhein-Main-Gebiet und gründeten eine neue Regionalgruppe. Ziel ist die Vernetzung mit anderen jungen Menschen, deren Jugendhilfemaßnahme bald endet oder schon vorbei ist. Bei regelmäßigen Treffen im Rhein-Main-Gebiet kann in entspannter Atmosphäre über aktuelle Themen gesprochen werden und so Unterstützung erfahren werden. Außerdem sollen die Einrichtungen und Träger der Umgebung besucht werden, um den oft sehr abrupten Übergang von der Jugendhilfe in die Selbständigkeit zu thematisieren und auf den Verein als Anlaufstelle für Jugendliche in dieser Situation aufmerksam zu machen.

Die Regionalgruppe freut sich über neue Gesichter! Falls Du also Lust hast, melde Dich doch einfach unter info@careleaver.de.

Mitarbeit im Dialogforum Pflegekinderhilfe

Wie geht es mit dem Dialogforum Pflegekinderhilfe weiter? Damit beschäftigen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei der Sitzung in Berlin am 16.03.2018, bei der auch ein Vertreter des Careleaver e.V. anwesend war. Frau Dr. Schmid-Oberkirchner vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend verkündete, dass die neue Bundesregierung eine Fortführung des Forums begrüße. Somit wird das Thema Leaving Care als Querschnittsthema auch weiterhin auf der Agenda des Dialogforums Pflegekinderhilfe stehen, worüber wir uns sehr freuen!

Zu Gast beim Sozialausschuss der Bayrischen Landesregierung

Der Sozialausschuss der Bayrischen Landesregierung hat eine Vertreterin des Careleaver e.V. eingeladen, um die Situation der Careleaver darzulegen.

Diskutiert wurde, welche Weichen die Landesregierung durch Gesetze stellen kann, um den Übergang von der stationären Erziehung hin zu einem von der staatlichen Fürsorge unabhängigen Leben zu erleichtern. Sowohl die 75% Regel als auch elternunabhängige Unterstützungsangebote für Ausbildung oder Studium standen hier zur Debatte.

Vorstandswochenende

Zum ersten Mal hat sich der neu gewählte Vorstand am vergangenen Wochenende in Hildesheim getroffen, um die kommenden zwei Jahre zu planen. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit untereinander, mit dem Vorstandsreferenten sowie den Arbeits- und Regionalgruppen. Mithilfe eines externen Beraters konnten Strukturen geschaffen werden, die eine wichtige Arbeitsgrundlage darstellen.

Nun blicken wir voller Vorfreude auf die kommenden zwei Jahre – hier schonmal ein kleiner Ausblick:

Vom 15.-17. Juni 2018 wird in Magdeburg das nächste Netzwerktreffen stattfinden. In diesem Rahmen werden wir auch die Jahreshauptversammlung 2018 abhalten.

Vom 23.-25. November 2018 wollen wir gemeinsam mit Ihnen und euch feiern. Unter dem Motto „Careleaver and Friends“ wollen wir alle Careleaver und Careleaverinnen einladen, die bereits mit uns in Kontakt waren. Im Gegensatz zu den Netzwerktreffen sind bei diesem Fest ausdrücklich auch alle Partner und Partnerinnen beziehungsweise die Familien willkommen. Und auch unsere Unterstützer und Unterstützerinnen möchten wir an dieser Stelle bereits herzlich einladen. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Fest – denn das erste Careleavertreffen liegt dann ziemlich genau sechs Jahre zurück!

Ab dem kommenden Jahr möchten wir die beiden jährlichen Netzwerktreffen, bei denen der Austausch im Mittelpunkt steht, durch ein Vereinswochenende ergänzen. In diesem Rahmen sollen die Aktivitäten des Vereins für das kommende Jahr besprochen und die Jahreshauptversammlung abgehalten werden. Das erste Vereinswochenende wird vom 8.-10. Februar 2019 in Hannover stattfinden.

Vortrag bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder/Jugend/Familie von Bündnis 90/Die Grünen

Am 9. Dezember 2017 tagte die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder/Jugend/Familie von Bündnis 90/Die Grünen in Köln. Unter dem Titel „Careleaver: Forderungen junger Menschen für die Jugendhilfe und die Zeit danach“ erläuterte eine Vertreterin des Careleaver e.V. die Positionen des Vereins. In diesem Rahmen kam es zu anregenden Dikussionen und so hoffen wir sehr, dass die Situation von Careleavern zukünftig auf politischer Ebene nicht nur wahrgenommen, sondern auch verbessert wird.

Netzwerktreffen in Leipzig

Vom 17. bis zum 19. November 2017 fand in Leipzig unser Netzwerktreffen statt. Wir freuen uns, dass wieder viele neue und bereits vertraute Menschen mit dabei waren. Gemeinsam konnten wir uns zu den Themen austauschen, die uns beschäftigen, sowie die weitere Entwicklung des Vereins im Rahmen der Jahreshauptversammlung mitgestalten. Vielen Dank an dieser Stelle an die gemeinnützige Gesellschaft EmMi LuebesKind, die uns dieses Netzwerktreffen ermöglicht hat!

Stellungnahme zum Regierungsentwurf für das „Kinder‐ und Jugendstärkungsgesetz“ (KJSG) 30.05.2017

Wir haben uns nach Erscheinen des Regierungsentwurfs am 12.04.2017 auf unserem bundesweiten Careleaver-Netzwerktreffen in Hamburg vergangenes Wochenende zusammengesetzt und über den aktuellen Gesetzesentwurf diskutiert.

Mit Bestürzung haben wir die Stellungnahme von Fachausschüssen des Bundesrates vom 23.05.17 zum § 41 SGBVIII aufgenommen. Wir haben im bisherigen Gesetzgebungsverfahren sehr konstruktiv mit dem Familienministerium im Rahmen des Dialogforums Pflegekinderwesens und bei Fachausschusssitzungen sowie bei einem Hearing von Careleavern im Ministerium im Mai 2016 zusammengearbeitet und unsere Anliegen fanden starke Berücksichtigung und Zuspruch. Wir konnten unsere Anregungen zur positiven Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe einbringen. Viele der geplanten Änderungen können wir voll und ganz unterstützen.

Nun scheint aber der Bundesrat im Sinn zu haben uns im Regen stehen zu lassen. Deren Entwurfsvorschlag zur Änderung des §41 SGBVIII zu einer Kann-Regelung würde die teilweise prekäre Situation aller Careleaver stark verschlechtern.

 

 

 

Netzwerktreffen in Hamburg (26.-28.05.2017)

Stellungnahme Referent_innen‐Entwurf für das „Kinder‐ und Jugendstärkungsgesetz“ (KJSG) vom 22.03.2017

Zum aktuellen Referentenentwurf haben wir als Careleaver e.V. die Möglichkeit zur Stellungnahme an das BMFSFJ genutzt. Im Sinne einer Stärkung der Partizipation ist es uns besonders wichtig, die Perspektive der (ehemaligen) Adressat/innen der Kinder- und Jugendhilfe zu vertreten. Wir möchten mit dieser Stellungnahme auf vier Aspekte besonders eingehen.

  • Übergangsmanagement (§ 36b) bzw. Übergangsplanung ist gut, aber nicht an die 17 geknüpft.

Prinzipiell stehen wir der Planung des Übergangs sehr positiv gegenüber. Viel zu oft hat ein schlecht geplantes und unkoordiniertes Hilfeende zu Schwierigkeiten im Übergang geführt. So standen viele von uns vor ungeklärten Finanzierungssituationen und wurden von Amt zu Amt geschickt. Wir würden eher den Begriff Übergangsplanung in Anlehnung an eine Hilfeplanung verwenden. Mit Planung meinen wir, dass es uns wichtig ist, dass es ein geplanter Prozess ist, in welchem klar ist, das das Jugendamt solange verantwortlich bleibt, bis die Anschlusshilfen und Finanzsysteme geklärt sind, so muss die Übergangsplanung auch noch 6 Monate nach Hilfeende weitergehen. Eine Übergangsplanung muss 6 Monate vor Beendigung bzw. vor Veränderung der Hilfe einsetzen, ganz unabhängig vom Alter. Mit der Formulierung „spätestens ab dem 17. Lebensjahr“ wird ein künstlicher Druck auf Beendigung zum 18. Lebensjahr erzeugt. Wir wollen aber nicht mit 18 Jahren aus der Jugendhilfe geschmissen werden.

  • Hilfen für junge Volljährige, Nachbetreuung nach §41 müssen weiter gestärkt werden.

Wir begrüßen die Coming-Back-Option. Für die meisten von uns war das Bett schon besetzt, wenn wir nochmals zurück in die Einrichtung wollten. Es muss aber auch die rechtswidrige Praxis in Deutschland, dass Hilfen mit dem Punkt 18 beendet werden weiterhin entgegen gewirkt werden. Hier wäre wünschenswert nochmals in der Kommentierung stärker zu verdeutlichen, dass es sich schon jetzt um einen Anspruch handelt. Wir würden des Weiteren befürworten, wenn nicht das 21. Lebensjahr sondern das 23. Lebensjahr ausschlagegebend wäre, um eine möglichst Gleichbehandlung zu jungen Erwachsenen, die bei Herkunftsfamilien aufwachsen und meist bis Mitte Zwanzig dort leben, zu gewährleisten.

  • Die Kostenheranziehung auf 50% ist lediglich ein Anfang. Hier ist weniger mehr für uns.

Wir freuen uns über die Auseinandersetzung der Anpassung und Senkung der Kostenheranziehung von jungen Menschen, die Leistungen der Jugendhilfe in Anspruch nehmen. 50% ist für uns ein Schritt in die richtige Richtung. Erstrebenswert ist unseres Erachtens jedoch eine weitere Reduktion bei der Kostenheranziehung, um jungen Menschen in der Jugendhilfe die Möglichkeit zum Sparen zu geben und den Anreiz Arbeiten zu gehen nicht zu schmälern. Insbesondere für Tätigkeiten im sozialen Bereich, wie FSJ oder ähnliches sollte von den 50%-Zahlungen ganz abgesehen werden. Nach wie vor braucht es Ermessensspielräume die gesetzlich verankert sind. Aus unserer eigenen Erfahrung ist es wichtig über Nebenjobs und soziales Engagement Netzwerke aufzubauen, seine Kompetenzen zu erweitern und das nötige Vitamin B für einen besseren Start ins Leben zu erhalten.

  • Selbstorganisation stärken auf jeden Fall, aber auch für Careleaver!

Selbstorganisation hat für uns eine besondere Relevanz. Daher begrüßen wir die Stärkung der selbstorganisierten Zusammenschlüsse von jungen Menschen durch eine neue Beratungsfunktion in „Jugendhilfeausschüssen und Landesjugendhilfeausschüssen“ (§ 71). Jedoch reicht das unseres Erachtens nicht aus. Auch junge Erwachsene, die in der Jugendhilfe gelebt haben, sollten diese Beratungstätigkeit wahrnehmen können. Wir bitten um die Ergänzung des Satzes „…die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe erhalten, oder erhalten haben.“

Generell ist uns die Beteiligung von jungen Menschen in und nach der Jugendhilfe ein wichtiges Anliegen, daher begrüßen wir den uneingeschränkten Beratungsanspruch nach § 8. Auch die bundesweite Schaffung von Ombudstellen ist aus unserer Erfahrung dringend notwendig und sollte jedoch von der Kann-Bestimmung zu einer flächendeckenden Angebotsstruktur ausgebaut werden. Für viele junge Menschen ist die Hürde zu hoch, um sich an eine Landesstelle zu wenden. Bei einer Beteiligung ist uns jedoch wichtig, dass die Anonymität und der Schutz der Kinder- und Jugendlichen gewährt bleibt, z.B. bei der Prüfung der Betriebserlaubnis und den Einzelgesprächen (§ 46 Abs. 3).

Wir hoffen unsere Anregungen finden Berücksichtigung im Gesetz und verbleiben mit freundlichen Grüßen.

Careleaver e.V.