Qualifizierung einer Einrichtung

Um ihre Erziehungsstellen im Bereich Leaving Care zu schulen, lud eine Einrichtung ein Netzwerkmitglied für einen Workshop ein. Die Erziehungsstelleneltern lernten dabei die besonderen Herausforderungen für Careleaver im Übergang kennen und entwickelten gezielte Ideen, wie dies innerhalb der Einrichtung besser abgefangen werden kann.

Careleaver bei den Jugendhilfeplanern

Die diesjährige Tagung der Jugendhilfeplanung in Baden-Württemberg stand unter dem Titel „Hilfen für junge Erwachsene in prekären Lebenslagen“. Nach einem Fachvortrag von Dr. Severine Thomas von der Universität Hildesheim gestalteten zwei Netzwerkmitglieder einen Workshop. Dabei brachten sie den Jugendhilfeplanerinnen und Jugendhilfeplanern näher, was aus Sicht von Careleavern notwendig ist, damit Jugendhilfe nachhaltig wirkt. Es zeigte sich, dass das Thema Leaving Care bei der Jugendhilfeplanung noch am Anfang steht und so wurde gemeinsam überlegt, wie die Anliegen vorangebracht werden können.

Teilnahme am Tag des Kindeswohls

Was brauchen Pflegekinder? Diese Frage stand im Mittelpunkt des diesjährigen „Tag des Kindeswohls“ in Holzminden, welcher von der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes organisiert wurde. Verschiedene Professionen brachten ihr Wissen den ca. 350 Teilnehmern und Teilnehmerinnen in Vorträgen und Diskussionen näher. Auch zwei Vertreter des Careleaver-Netzwerkes waren anwesend und konnten in einer Podiumsdiskussion die Bedeutung des Übergangs in die Selbständigkeit darstellen.

Handlungsanregungen für Träger der diakonischen Erziehungshilfe in Württemberg

Bei der diesjährigen Klausurtagung der Träger der diakonischen Erziehungshilfe in Württemberg stand u.a. das Thema der jungen Erwachsenen in und nach der Jugendhilfe im Mittelpunkt. Neben den Ergebnissen des 15. Kinder- und Jugendberichts, welche durch einen Vertreter des Landesjugendamtes vorgestellt wurden, sollte auch die Perspektive der Betroffenen in den Blick genommen werden. Hierfür stellte ein Netzwerkmitglied die Careleaver-Forderungen vor und gab den ca. 40 Teilnehmenden aus der Fachpraxis konkrete Ideen, wie diese umgesetzt werden könnten. Besonders hinzuweisen bleibt auf die Themen der Partizipation und der bewussten Gestaltung von Übergängen durch die Fachkräfte. Dafür bedarf es insbesondere rechtskreisübergreifendes Wissen und entsprechende Kooperationen.

Mitarbeit im Dialogforum Pflegekinderhilfe

Wie geht es mit dem Dialogforum Pflegekinderhilfe weiter? Damit beschäftigen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei der Sitzung in Berlin am 16.03.2018, bei der auch ein Vertreter des Careleaver e.V. anwesend war. Frau Dr. Schmid-Oberkirchner vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend verkündete, dass die neue Bundesregierung eine Fortführung des Forums begrüße. Somit wird das Thema Leaving Care als Querschnittsthema auch weiterhin auf der Agenda des Dialogforums Pflegekinderhilfe stehen, worüber wir uns sehr freuen!

Zu Gast beim Sozialausschuss der Bayrischen Landesregierung

Der Sozialausschuss der Bayrischen Landesregierung hat eine Vertreterin des Careleaver e.V. eingeladen, um die Situation der Careleaver darzulegen.

Diskutiert wurde, welche Weichen die Landesregierung durch Gesetze stellen kann, um den Übergang von der stationären Erziehung hin zu einem von der staatlichen Fürsorge unabhängigen Leben zu erleichtern. Sowohl die 75% Regel als auch elternunabhängige Unterstützungsangebote für Ausbildung oder Studium standen hier zur Debatte.

Vortrag bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder/Jugend/Familie von Bündnis 90/Die Grünen

Am 9. Dezember 2017 tagte die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder/Jugend/Familie von Bündnis 90/Die Grünen in Köln. Unter dem Titel „Careleaver: Forderungen junger Menschen für die Jugendhilfe und die Zeit danach“ erläuterte eine Vertreterin des Careleaver e.V. die Positionen des Vereins. In diesem Rahmen kam es zu anregenden Dikussionen und so hoffen wir sehr, dass die Situation von Careleavern zukünftig auf politischer Ebene nicht nur wahrgenommen, sondern auch verbessert wird.

Stellungnahme zum Regierungsentwurf für das „Kinder‐ und Jugendstärkungsgesetz“ (KJSG) 30.05.2017

Wir haben uns nach Erscheinen des Regierungsentwurfs am 12.04.2017 auf unserem bundesweiten Careleaver-Netzwerktreffen in Hamburg vergangenes Wochenende zusammengesetzt und über den aktuellen Gesetzesentwurf diskutiert.

Mit Bestürzung haben wir die Stellungnahme von Fachausschüssen des Bundesrates vom 23.05.17 zum § 41 SGBVIII aufgenommen. Wir haben im bisherigen Gesetzgebungsverfahren sehr konstruktiv mit dem Familienministerium im Rahmen des Dialogforums Pflegekinderwesens und bei Fachausschusssitzungen sowie bei einem Hearing von Careleavern im Ministerium im Mai 2016 zusammengearbeitet und unsere Anliegen fanden starke Berücksichtigung und Zuspruch. Wir konnten unsere Anregungen zur positiven Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe einbringen. Viele der geplanten Änderungen können wir voll und ganz unterstützen.

Nun scheint aber der Bundesrat im Sinn zu haben uns im Regen stehen zu lassen. Deren Entwurfsvorschlag zur Änderung des §41 SGBVIII zu einer Kann-Regelung würde die teilweise prekäre Situation aller Careleaver stark verschlechtern.

 

 

 

Netzwerktreffen in Hamburg (26.-28.05.2017)

Stellungnahme Referent_innen‐Entwurf für das „Kinder‐ und Jugendstärkungsgesetz“ (KJSG) vom 22.03.2017

Zum aktuellen Referentenentwurf haben wir als Careleaver e.V. die Möglichkeit zur Stellungnahme an das BMFSFJ genutzt. Im Sinne einer Stärkung der Partizipation ist es uns besonders wichtig, die Perspektive der (ehemaligen) Adressat/innen der Kinder- und Jugendhilfe zu vertreten. Wir möchten mit dieser Stellungnahme auf vier Aspekte besonders eingehen.

  • Übergangsmanagement (§ 36b) bzw. Übergangsplanung ist gut, aber nicht an die 17 geknüpft.

Prinzipiell stehen wir der Planung des Übergangs sehr positiv gegenüber. Viel zu oft hat ein schlecht geplantes und unkoordiniertes Hilfeende zu Schwierigkeiten im Übergang geführt. So standen viele von uns vor ungeklärten Finanzierungssituationen und wurden von Amt zu Amt geschickt. Wir würden eher den Begriff Übergangsplanung in Anlehnung an eine Hilfeplanung verwenden. Mit Planung meinen wir, dass es uns wichtig ist, dass es ein geplanter Prozess ist, in welchem klar ist, das das Jugendamt solange verantwortlich bleibt, bis die Anschlusshilfen und Finanzsysteme geklärt sind, so muss die Übergangsplanung auch noch 6 Monate nach Hilfeende weitergehen. Eine Übergangsplanung muss 6 Monate vor Beendigung bzw. vor Veränderung der Hilfe einsetzen, ganz unabhängig vom Alter. Mit der Formulierung „spätestens ab dem 17. Lebensjahr“ wird ein künstlicher Druck auf Beendigung zum 18. Lebensjahr erzeugt. Wir wollen aber nicht mit 18 Jahren aus der Jugendhilfe geschmissen werden.

  • Hilfen für junge Volljährige, Nachbetreuung nach §41 müssen weiter gestärkt werden.

Wir begrüßen die Coming-Back-Option. Für die meisten von uns war das Bett schon besetzt, wenn wir nochmals zurück in die Einrichtung wollten. Es muss aber auch die rechtswidrige Praxis in Deutschland, dass Hilfen mit dem Punkt 18 beendet werden weiterhin entgegen gewirkt werden. Hier wäre wünschenswert nochmals in der Kommentierung stärker zu verdeutlichen, dass es sich schon jetzt um einen Anspruch handelt. Wir würden des Weiteren befürworten, wenn nicht das 21. Lebensjahr sondern das 23. Lebensjahr ausschlagegebend wäre, um eine möglichst Gleichbehandlung zu jungen Erwachsenen, die bei Herkunftsfamilien aufwachsen und meist bis Mitte Zwanzig dort leben, zu gewährleisten.

  • Die Kostenheranziehung auf 50% ist lediglich ein Anfang. Hier ist weniger mehr für uns.

Wir freuen uns über die Auseinandersetzung der Anpassung und Senkung der Kostenheranziehung von jungen Menschen, die Leistungen der Jugendhilfe in Anspruch nehmen. 50% ist für uns ein Schritt in die richtige Richtung. Erstrebenswert ist unseres Erachtens jedoch eine weitere Reduktion bei der Kostenheranziehung, um jungen Menschen in der Jugendhilfe die Möglichkeit zum Sparen zu geben und den Anreiz Arbeiten zu gehen nicht zu schmälern. Insbesondere für Tätigkeiten im sozialen Bereich, wie FSJ oder ähnliches sollte von den 50%-Zahlungen ganz abgesehen werden. Nach wie vor braucht es Ermessensspielräume die gesetzlich verankert sind. Aus unserer eigenen Erfahrung ist es wichtig über Nebenjobs und soziales Engagement Netzwerke aufzubauen, seine Kompetenzen zu erweitern und das nötige Vitamin B für einen besseren Start ins Leben zu erhalten.

  • Selbstorganisation stärken auf jeden Fall, aber auch für Careleaver!

Selbstorganisation hat für uns eine besondere Relevanz. Daher begrüßen wir die Stärkung der selbstorganisierten Zusammenschlüsse von jungen Menschen durch eine neue Beratungsfunktion in „Jugendhilfeausschüssen und Landesjugendhilfeausschüssen“ (§ 71). Jedoch reicht das unseres Erachtens nicht aus. Auch junge Erwachsene, die in der Jugendhilfe gelebt haben, sollten diese Beratungstätigkeit wahrnehmen können. Wir bitten um die Ergänzung des Satzes „…die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe erhalten, oder erhalten haben.“

Generell ist uns die Beteiligung von jungen Menschen in und nach der Jugendhilfe ein wichtiges Anliegen, daher begrüßen wir den uneingeschränkten Beratungsanspruch nach § 8. Auch die bundesweite Schaffung von Ombudstellen ist aus unserer Erfahrung dringend notwendig und sollte jedoch von der Kann-Bestimmung zu einer flächendeckenden Angebotsstruktur ausgebaut werden. Für viele junge Menschen ist die Hürde zu hoch, um sich an eine Landesstelle zu wenden. Bei einer Beteiligung ist uns jedoch wichtig, dass die Anonymität und der Schutz der Kinder- und Jugendlichen gewährt bleibt, z.B. bei der Prüfung der Betriebserlaubnis und den Einzelgesprächen (§ 46 Abs. 3).

Wir hoffen unsere Anregungen finden Berücksichtigung im Gesetz und verbleiben mit freundlichen Grüßen.

Careleaver e.V.

 

Einladung zur EmMi Luebeskind-Fachtagung am 28.04.2017

Herzliche Einladung für Careleaver zur EmMi Luebeskind-Fachtagung und für ein Wochenende nach Berlin zu kommen
im BMFSFJ am 28. April 2017 von 11:00-14:00 in Berlin

>>Zur Einladung und Programm
Die Gemeinnützige Gesellschaft EmMi Luebeskind lädt Careleaver aus dem gesamten Bundesgebiet zur Fachtagung „Der Kinder- und Jugendhilfe entwachsen“ am 28. April 2017 (Freitag) nach Berlin ein.
Um auch Careleavern, die nicht in Berlin oder Umgebung wohnen, die Teilnahme an der wichtigen Tagung im Bundesministerium zu ermöglichen, bietet die EmMi Luebekind den auswärtigen Careleavern an, sich bei diesen an den Fahrtkosten zu beteiligen.
Falls die auswärtigen Gäste die Tagung zudem dazu nutzen möchten, das sich daran anschließende Wochenende in Berlin zu verbringen, dann erklärt sich die EmMi Luebeskind auch dazu bereit, sich ebenfalls an den Übernachtungskosten zu beteiligen bzw. auf Wunsch Übernachtungsmöglichkeiten zu vermitteln.

InteressentInnen mögen sich bitte (formlos) per E-Mail anmelden: „info@stiftung-emmi-luebeskind.de“ Bitte notieren Sie in Ihrer Mail Ihre Erreichbarkeiten (auch Mobiltelefon) sowie ggf. Ihren Wunsch auf Kostenbeteiligung durch die EmMi Luebeskind.
Da die Zahl der Plätze im Bundesministerium begrenzt ist, bitten wir um Verständnis dafür, dass wir diese nach Eingang der verbindlichen Anmeldungen vergeben.