# Ohne WLAN geht es nicht

Der Landesheimrat Bayern fordert eine Anbindung aller stationären Kinder und Jugendhilfeeinrichtungen an die digitale Infrastruktur

Der Landesheimrat Bayern ist die Interessenvertretung von jungen Menschen aus der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Bayern. Während der Corona-Krise trat die unterschiedliche Ausstattung verschiedener Jugendhilfeeinrichtungen deutlich hervor. In seiner Erklärung berichtet der Landesheimrat von Einrichtungen, die technisch bestens ausgestattet sind und über hervorragende medienpädagogische Konzepte verfügen. Aber es gibt auch Einrichtungen, in denen der einzige Computer-Zugang im Fachkräftezimmer steht und digitale Teilhabe darüber kaum möglich ist. Der Landesheimrat fordert, alle Einrichtungen an die Infrastruktur anzubinden. Der Vorstand des Landesjugendhilfeausschusses Bayern unterstützt diese Forderung ausdrücklich.
Und wir vom Careleaver e.V. natürlich auch!

Junge Menschen ernst nehmen!

In vier Bundesländern haben sich auf Landesebene Interessenvertretungen von jungen Menschen in stationären Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe gebildet, über die sie sich für ihre Rechte, Interessen und Bedarfe einsetzen können. Mit dem Positionspapier „Junge Menschen ernst nehmen! Die Vorzüge institutionalisierter Beteiligung und gelebter Beteiligungskultur auf Landesebene für junge Menschen in stationären Einrichtungen der Erziehungshilfe erschließen.“ will die AGJ den bundesweiten Ausbau und die Verstetigung landesweiter Interessenvertretungen befördern. Das Papier gibt u. a. einen Einblick in die Struktur, inhaltliche Arbeit und Ziele der bestehenden Gremien und identifiziert wesentliche Gelingensbedingungen nachhaltiger und wirkungskräftiger Interessenvertretung.

AGJ_Positionspapier_zu_Beteiligung

Junge Menschen und ihre Rechte in den Vormundschaften

Zwei unserer Mitglieder haben für die neue Ausgabe der Zeitschrift „Forum Erziehungshilfen“ einen Beitrag über ihre Erfahrungen mit Vormundschaft verfasst. Beide sind außerhalb ihrer Herkunftsfamilie aufgewachsen und berichten darin von ihren Erfahrungen mit Vormundschaften und wie sie die Beziehung zu ihren Vormünder*innen jeweils erlebt haben. Darauf aufbauend, formulieren sie auch ihre Erwartungen an eine gute Ausgestaltung von Vormundschaft und skizzieren Anforderungen an eine tragfähige Beziehung zwischen Vormund*in und Mündel. Zu lesen ist ihr Beitrag auf S.90.

Neue Broschüre zur Kostenheranziehung

Die Kostenheranziehung beschäftigt die Kinder- und Jugendhilfe schon seit Längerem, sowohl im Rahmen der SGB VIII-Reform als auch in der Praxis. Viele junge Menschen in der Jugendhilfe würden gerne neben der Schule arbeiten oder das Ausbildungsgehalt für den Führerschein oder die Kaution der ersten eigenen Wohnung sparen. Nebenleistungen, die selten vom Jugendamt bezahlt werden. Durch die Kostenheranziehung wird ihnen aber bewusst, dass sich arbeiten nicht lohnt. Denn wer arbeitet schon neben der Schule 15 Stunden im Supermarkt, um 100 Euro zu behalten und 300 Euro an das Jugendamt abzugeben?

Das Problem der Kostenheranziehung hat der Careleaver e. V. in einer seiner Stellungnahmen angesprochen und fordert wie auch viele Fachverbände, dass die Kostenheranziehung abgeschafft wird.

Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe hat eine neue Infobroschüre zur Kostenheranziehung junger Menschen in der Jugendhilfe mit den wichtigsten FAQs veröffentlicht. Die Broschüre richtet sich an junge Menschen, die 75 % ihres Einkommens an das Jugendamt abgeben müssen.

In jugendgerechter Sprache wird ihnen erklärt, welche Regelungen gelten, inwieweit Jugendämter einen Ermessensspielraum haben und wie sie einen Widerspruch einlegen können. Zusätzlich zur Infobroschüre finden sich auf der Seite des Bundesnetzwerks ein Musterschreiben und ein Kostenbeitragsrechner, um einen Widerspruch gegen die Kostenheranziehung zu formulieren. Die Infobroschüre und die Musterschreiben basieren auf dem Rechtsgutachten von Benjamin Raabe zur Kostenheranziehung junger Menschen.

FAQKostenheranziehungOMBKJ

Careleaver sind von den Auswirkungen der Corona-Krise besonders betroffen

Careleaver sind schon sehr früh auf sich allein gestellt. Während Gleichaltrige häufig bis Mitte 20 und darüber hinaus noch Unterstützung durch ihre Eltern erhalten, stehen Careleaver während ihrer Ausbildung oder des Studiums schon komplett auf eigenen Beinen. Viele von ihnen treffen die Auswirkungen der Corona-Krise deshalb besonders hart.

Der Careleaver e. V. fordert, einen besonderen Fokus auf die Situation von Careleavern zu legen. Es ist Aufgabe von Politik und Verwaltung, dafür Sorge zu tragen, dass die jungen Menschen, deren Lebensweg ohnehin von prekären Startbedingungen geprägt ist, im Zuge der Corona-Pandemie nicht endgültig durch das soziale Netz fallen. Die Pandemie darf keine nachhaltigen Spuren in den Bildungsbiographien von Careleavern hinterlassen.Die ausführliche Stellungnahme zur Situation unserer Mitglieder sowie unsere Forderungen an die Politik lesen Sie hier.

Stellungnahme_CareleaverinZeitenvonCorona

Der Careleaver e.V. in Freiburg

Ab dem 15. Februar gibt es eine Koordinierungsstelle des Careleaver e.V. in Freiburg. Careleaver, (pädagogische) Fachkräfte, Institutionen und Interessierte können sich mit Fragen rund um das Thema Leaving Care an uns wenden, beispielsweise zur Kostenheranziehung oder Übergangsplanung.

Weitere Informationen finden Sie in diesem Download

Careleaver gestalten Zukunft

Du hast mal in einem Heim oder einer Wohngruppe gelebt oder befindest dich gerade im Übergang aus der Jugendhilfe und hast den Wunsch etwas in der Heimerziehung zu verändern?
Dann laden wir dich herzlich ein, deine Kritik, Vorschläge, Wünsche und Anregungen im Rahmen einer Beteiligungswerkstatt in Dresden an drei Tagen einzubringen. Die Ergebnisse werden dafür genutzt, um mit einer Runde von Expert*innen und dem Bundesfamilienministerium die Heimerziehung weiterzuentwickeln.

Alle weitere Informationen in diesen Flayer: Careleaver gestalten Zukunft WEB