Jugendhearing: Wie geht es jungen Menschen in Corona-Zeiten?

Corona und die Folgen – darum ging es beim großen Jugend-Hearing zu dem das Bundesjugendministerium eingeladen hatte. Um die spezifische Perspektive von Careleavern einzubringen, hat sich auch der Careleaver e.V. daran beteiligt. Zu der digitalen Konferenz waren über 100 Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahren sowie Interessenvertretungen von jungen Menschen, Fachverbände und Vertreter der Länder und Kommunen eingeladen.

In verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Themenschwerpunkten Bildung, Arbeit und Freizeit haben die Teilnehmer/-innen intensiv über die Folgen der Pandemie sowie aktuelle Bedarfe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesprochen und anschließend gegenüber der Bundesfamilienministerin konkrete Empfehlungen ausgesprochen. Dabei haben sich unter anderem folgende Punkte als besonders wichtig für die jungen Menschen herausgestellt:

  1. Junge Menschen sind mehr als Schülerinnen und Schüler; auch das außerschulische Leben muss bei den aktuellen coronabedingten Entscheidungen in den Blick genommen werden.
  2. Die Interessen und Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen müssen bei den aktuellen Entscheidungen stärker eingebunden und die jungen Menschen mehr beteiligt werden.
  3. Das Bildungssystem muss – auch länderübergreifend – mehr vereinheitlicht werden.
  4. Es muss eine stärkere Verknüpfung hergestellt werden zwischen der Kinder- und Jugendhilfe einerseits und dem Bildungssystem andererseits.
  5. Der Bereich Ausbildung muss deutlich stärker in den Fokus genommen werden. Ausbildung darf nicht als „Bildung zweiter Klasse“ gesehen, sondern muss als gleichwertig mit einem Studium herausgestellt werden.
  6. Es braucht eine deutlich stärkere Unterstützung bei der Suche, dem Beginn und dem Abschluss eines Ausbildungsverhältnisses.