Neue Broschüre zur Kostenheranziehung

Die Kostenheranziehung beschäftigt die Kinder- und Jugendhilfe schon seit Längerem, sowohl im Rahmen der SGB VIII-Reform als auch in der Praxis. Viele junge Menschen in der Jugendhilfe würden gerne neben der Schule arbeiten oder das Ausbildungsgehalt für den Führerschein oder die Kaution der ersten eigenen Wohnung sparen. Nebenleistungen, die selten vom Jugendamt bezahlt werden. Durch die Kostenheranziehung wird ihnen aber bewusst, dass sich arbeiten nicht lohnt. Denn wer arbeitet schon neben der Schule 15 Stunden im Supermarkt, um 100 Euro zu behalten und 300 Euro an das Jugendamt abzugeben?

Das Problem der Kostenheranziehung hat der Careleaver e. V. in einer seiner Stellungnahmen angesprochen und fordert wie auch viele Fachverbände, dass die Kostenheranziehung abgeschafft wird.

Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe hat eine neue Infobroschüre zur Kostenheranziehung junger Menschen in der Jugendhilfe mit den wichtigsten FAQs veröffentlicht. Die Broschüre richtet sich an junge Menschen, die 75 % ihres Einkommens an das Jugendamt abgeben müssen.

In jugendgerechter Sprache wird ihnen erklärt, welche Regelungen gelten, inwieweit Jugendämter einen Ermessensspielraum haben und wie sie einen Widerspruch einlegen können. Zusätzlich zur Infobroschüre finden sich auf der Seite des Bundesnetzwerks ein Musterschreiben und ein Kostenbeitragsrechner, um einen Widerspruch gegen die Kostenheranziehung zu formulieren. Die Infobroschüre und die Musterschreiben basieren auf dem Rechtsgutachten von Benjamin Raabe zur Kostenheranziehung junger Menschen.

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